AI / BRIEF009

EU-Rat billigt neue Fristen für Hochrisiko-KI

Der EU-Rat schließt die Änderung der Hochrisiko-Fristen politisch ab. Südkorea legt zugleich einen Investitionsplan für Halbleiter und KI-Rechenzentren vor. Claude erreicht den regulären Azure-Betrieb, OpenAI zeigt GPT-5.6 Sol vorab, und Großbritannien finanziert ein neues Programm für autonome Militärdrohnen.

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Was wichtig war

EU-Rat billigt neue Fristen für Hochrisiko-KI

Der EU-Rat hat die Änderungen am AI Act endgültig angenommen. Die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme sollen ab 2. Dezember 2027 gelten, jene für KI in regulierten Produkten ab 2. August 2028. Die Transparenzpflichten für künstlich erzeugte Inhalte greifen dagegen früher, ab 2. Dezember 2026. Vor dem Inkrafttreten folgt noch die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt.

Südkorea plant neue Chipfabriken und KI-Rechenzentren

Die südkoreanische Regierung hat drei große Investitionsvorhaben für Halbleiter, physische KI und Rechenzentren vorgestellt. Vier neue Chipfabriken und zusätzliche Verpackungskapazitäten sollen zusammen rund 881 Billionen Won mobilisieren. Für KI-Rechenzentren von SK, GS und Naver nennt der Plan weitere 550 Billionen Won und zunächst 8,4 Gigawatt Leistung. Die Vorhaben verbinden staatliche Planung mit privaten Investitionen.

Claude wird regulärer Azure-Dienst

Anthropics Claude ist ab heute regulär in Microsoft Foundry verfügbar. Unternehmen können die Modelle über bestehende Azure-Konten beschaffen, mit Entra-Rechten steuern und über die Azure-Abrechnung nutzen. Die Verarbeitung läuft in Azure, Anthropic bleibt Datenverarbeiter und Dienstleister. Für Microsoft-Kunden sinkt die organisatorische Hürde, neben OpenAI ein zweites Spitzenmodell in bestehende Cloud-Kontrollen einzubinden.

OpenAI zeigt GPT-5.6 Sol in begrenzter Vorschau

OpenAI hat GPT-5.6 Sol als begrenzte Vorschau vorgestellt. Das neue Spitzenmodell soll längere Aufgaben in Programmierung, Biologie und Cybersicherheit bearbeiten und führt die Denkstufen „max“ und „ultra“ ein; letztere koordiniert mehrere Unteragenten. Zunächst erhalten nur ausgewählte Partner Zugriff über API und Codex. Eine breite Verfügbarkeit ist für die kommenden Wochen angekündigt, aber noch nicht erreicht.

Großbritannien finanziert autonome Militärdrohnen

Die britische Regierung stellt mehr als fünf Milliarden Pfund für ein neues Drohnenprogramm bereit. Über vier Jahre sollen unbemannte Systeme, gemeinsame Steuerung und autonome bewaffnete Drohnen entwickelt werden. Erste Verbände sind bis 2030 vorgesehen. Das Programm priorisiert britische Fähigkeiten in KI und Autonomie und verbindet militärische Beschaffung mit dem Aufbau einer heimischen Lieferkette.

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In Unternehmen

NHS Property Services findet Servicewissen in Sekunden

Der britische Immobiliendienstleister NHS Property Services betreut rund 3.000 Liegenschaften des Gesundheitsdienstes. Sein Kundenservice beantwortet täglich Hunderte Anrufe von Mietern zu Reparaturen, Ausfällen und technischen Zuständigkeiten. Früher suchten Beschäftigte die nötigen Angaben in OneNote; das dauerte mehrere Minuten. Heute fragt das Team einen mit Copilot Studio gebauten KI-Agenten ab, der auf eine laufend aktualisierte SharePoint-Bibliothek zugreift. Laut der Microsoft-Fallstudie verkürzte sich die Informationssuche dadurch auf Sekunden. Änderungen an Ansprechpartnern stehen dem Agenten unmittelbar zur Verfügung. Die Suche erfolgt in normaler Sprache und bleibt dadurch während des laufenden Kundengesprächs nutzbar. Die KI liefert Servicekräften den passenden Kontext, während sie Anliegen bewertet und die zuständige technische Hilfe auswählt.

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Europa und Deutschland

EU startet Akademie für KI-Kompetenzen

Die Europäische Kommission hat bei den Digital Skills EU Days eine neue Akademie für KI-Kompetenzen gestartet. Sie gehört zu drei neuen Fachakademien für künstliche Intelligenz, Quantentechnik und virtuelle Welten und soll Qualifikationslücken in diesen Feldern verkleinern. Die Kommission ordnet das Programm dem Ziel der Digitalen Dekade zu, bis 2030 mindestens 20 Millionen IT-Fachkräfte in Europa zu erreichen. Zugleich verfügen laut ihrer Bestandsaufnahme inzwischen mehr als 60 Prozent der Europäer über grundlegende digitale Fähigkeiten. Mit der eigenen Akademie erhält KI-Ausbildung eine gesonderte Struktur innerhalb dieses europäischen Kompetenzprogramms; konkrete Lehrangebote, Teilnahmebedingungen und Mittel nennt die Ankündigung noch nicht.

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Gebaut in Europa

Die Redaktion wählt die Produkte aus. Für die Aufnahme wird nicht bezahlt.

TALKR.ai · Telefonischer Kundenservice · Frankreich

TALKR.ai nimmt Anrufe und Chatnachrichten automatisiert entgegen. Die Agenten erkennen Anliegen, greifen auf freigegebene Daten aus CRM- und Geschäftssystemen zu und können Termine buchen oder Fälle weiterleiten. Unternehmen konfigurieren Gesprächsabläufe ohne Programmierung; Mitarbeitende übernehmen komplexe Vorgänge mit dem bisherigen Kontext.

EasyTranslate · Übersetzungsworkflows · Dänemark

EasyTranslate übersetzt Unternehmensinhalte mit einer Kombination aus KI und menschlicher Sprachprüfung. Das System berücksichtigt freigegebene Terminologie und Markenstil, leitet ausgewählte Passagen an Sprachprofis weiter und übergibt geprüfte Texte in verbundene Inhaltssysteme. Wiederkehrende Übersetzungen lassen sich so als laufender Freigabeprozess organisieren.

Contractbook · Vertragsmanagement · Dänemark

Contractbook bündelt Verträge aus verschiedenen Abteilungen, liest zentrale Angaben aus und erinnert an Fristen oder Verlängerungen. Teams können Vorlagen nutzen, Entwürfe gemeinsam verhandeln und elektronische Unterschriften einholen. Die Plattform verbindet damit Ablage, Prüfung und Freigabe in einem nachvollziehbaren Vertragsprozess.